Mehr Indien als Österreich im Gurkenregal?
Bei Essiggurken bleibt die wichtigste Frage oft unbeantwortet: Woher kommen die Gurken im Glas? Ein Regio-Check von Wirtschaften am Land zeigt deutliche Lücken bei der Herkunftskennzeichnung.
Geprüft wurden Anfang Juni 2026 Essiggurken, Cornichons und Salzgurken bei Billa, Billa Plus, SPAR, Lidl, Hofer, Penny und Nah&Frisch. Die Stichprobe ist eine Momentaufnahme des vorgefundenen Sortiments.
Eigenmarken besonders intransparent
Von 40 geprüften Eigenmarken waren nur fünf am Etikett eindeutig als Produkte mit österreichischen Gurken erkennbar. Bei 31 Produkten fehlte eine klare Herkunftsangabe.
Ohne erkennbare Herkunftsangabe
Bei den 31 Eigenmarken ohne Herkunftsangabe fragte Wirtschaften am Land direkt beim Handel nach. Das Ergebnis:
- Bei 9 Produkten wurden Gurken aus Indien genannt.
- Bei 10 Produkten nannten Händler mehrere mögliche Herkunftsländer - in Einzelfällen bis zu 15.
- Bei 2 Produkten gab es keine Rückmeldung.
Damit ließ sich bei insgesamt zwölf Produkten auch nach der Nachfrage keine eindeutige, produktbezogene Herkunft feststellen.
Österreich am Etikett: nur fünf Eigenmarken
Der Vergleich zeigt vor allem eines: Konsumenten können die Herkunft bei vielen Eigenmarken nicht direkt am Glas nachvollziehen.
Die heimische Produktion steht unter Druck
Hinter jedem Glas Essiggurken steckt viel Handarbeit. Gleichzeitig werden Produktion und Anbaufläche in Österreich kleiner.
Heimische Betriebe zahlen inklusive Lohnnebenkosten 19,35 Euro pro Arbeitsstunde. Das sind mehr als fünf Euro über dem deutschen Niveau. Bei rund 2.800 Arbeitsstunden entsteht dadurch gegenüber Deutschland ein Lohnkostennachteil von mindestens 14.000 Euro je Hektar.
Warum klare Herkunft zählt
- Sie ermöglicht eine bewusste Kaufentscheidung.
- Sie macht unterschiedliche Produktions- und Sozialstandards sichtbar.
- Sie stärkt regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.
- Sie schafft fairere Wettbewerbsbedingungen für heimische Betriebe.
Fazit
Download
Alle Ergebnisse, Tabellen und Hintergrundinformationen finden Sie in der vollständigen Unterlage.
Hintergrundinformation als PDF herunterladenKontaktieren Sie uns ganz einfach per E-Mail an office@wirtschaftenamland.at oder telefonisch unter +43 664 88509580.